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Wie Wolfstein entstand

Erstmals wurde Wolfstein urkundlich im Jahr 1275 erwähnt.
Wolfstein verdankt Namen und Dasein der gleichnamigen Burg,
und war der Sitz eines kurpfälzischen Unteramtes, das zum Oberamte Lautern zählte.

Kaiser Rudolf von Habsburg befahl am 17.12.1275, zum Frommen des umliegenden Königslandes, bei seiner Burg Wolfstein eine Stadt anzulegen und begnadigte sie mit den sämtlichen Rechten und Freiheiten der Stadt Speyer, die Kaiser Karl V. im Jahr 1546 bestätigte. Bei dieser Veranlassung scheint auch die Burg Neu-Wolfstein oberhalb des Städtchens angelegt und in die Stadtmauern eingeschlossen worden zu sein; denn sie erscheint von dieser Zeit an gewöhnlich mit Alt-Wolfstein, bisweilen auch allein, und hatte ihre eigenen Burgmänner, gleich Alt-Wolfstein, unter anderen die Grafen von Veldenz 1387.Die Gemeinde umschließt auch den Hof Reckweiler.
Er scheint ursprünglich ein Reichslehen gewesen zu sein.

 

In Wolfstein befanden sich früher ein Amtsgericht mit Gefängnis (1797-1968) und Gendarmeriestation (bis 30.11.1970), eine Landwirtschaftsschule mit Landwirtschaftsstelle (1897-1972).
Im Zuge der Neugliederung von Gemeinden ist die bisherige Gemeinde Roßbach zum 01.06.1969 in die Stadt Wolfstein eingegliedert worden. Roßbach zählte früher zum kurpfälzischen Gerichte Einöllen, Unteramte Wolfstein, zu dem es durch Tausch 1768 vom Hause Zweibrücken gekommen ist.

 

Allgemeine Daten:

 

gegründet: 1275

Einwohner: 2081

Gesamtfläche: 1375 ha

 

Homepage: www.wolfstein.de

 

 

 

Wappenbeschreibung:

 

Im goldenen Schild ein rechtsgewendeter schwarzer rotbewehrter Wolf, der einen roten Forsthaken (Wolfsangel) in den Tatzen hält. Oben zwischen Kopf und Schwanz schweben 3 rote Rautensteine (2:1).

 

 

Aus der Geschichte der Stadt Wolfstein ( Quelle: Festschrift 725 Jahre Wolfstein )

 

Im Schutz der Burgen entsteht die Marktstadt Wolfstein


Zeitgleich mit der Krönung des ersten Habsburgers zum
deutschen König beginnt die Geschichte der Stadt Wolfstein.


Am 17.Dezember 1275 befahl Rudolf I. von Habsburg (1273-1291),
bei der Burg „Wolvistein" eine befestigte, freie Stadt zu errichten.
Er verlieh dieser Stadt die gleichen Rechte und Freiheiten wie der Stadt Speyer.
Als „immerwährender Marktplatz" sollte sie eine Freistatt sein für Wirtschaft,
Handel und Verkehr.


Die Ursprünge der in der Gründungsurkunde erwähnten Burg (Alt - Wolfstein)
am Ostabhang des Königsbergs liegen ebenso im Dunkeln wie die der zweiten Burg (Neu - Wolfstein)
über dem Stadtkern. Erstere wurde wahrscheinlich auf Anordnung des Stauferkaisers
Friedrich Barbarossa (1152-1190) als Reichsfeste zur Sperrung des Lautertales
an der engsten Stelle dieses Tales errichtet. Sie gab der späteren Stadt ihren Namen.
Die ersten Bürger der jungen Stadt sind wohl aus den südlich gelegenen Dörfern zugewandert.

 

Die Stadt als Pfandgut (1312 — 1673)


Nur wenige Jahrzehnte unterstand die Stadt unmittelbar dem König.
Dann wechselte sie als Pfand von einer Hand zur andern.
Die „schier endlose Kette der Verpfändungen" begann 1312
mit der Übertragung von Burg und Stadt an den Grafen von Sponheim.
Schon 1319 gab dieser das Pfand weiter an seinen Neffen.

Vier Jahre später entlohnte König Ludwig der Bayer (ab 1318 dt. Kaiser)
den König Johann von Böhmen für dessen Hilfe in der Schlacht
von Mühldorf am Inn mit dem „Haus Wolfstein nebst Zubehör".
Von dem böhmischen König wechselte das Pfandgut an den Erzbischof Balduin von Trier,
von diesem zu Georg von Veldenz, der es an seinen Enkel weiterreichte.
All dies in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts.

 

Es macht wenig Sinn, alle Pfandherren auf dem langen Weg vom Königsland
zum landesherrlichen Territorium aufzuzählen.
Erst 1673 endete der mehrhundertjährige Besitzwechsel.
Wolfstein kam endgültig zur Kurpfalz und wurde dem Oberamt Kaiserslautern eingegliedert.
Als Unteramt bestand es aus den beiden „Gerichten" „Rothe am Seelberg"
(Rothselberg, Zweikirchen, Rutsweiler, Kaulbach, Kreimbach und Frankelbach)
und „Kazweiler" (Olsbrücken, Ober- u. Untersulzbach, Hirschhorn, Katzweiler und Mehlbach).

Noch heute erinnert uns der Begriff „Königsland" an die in der Gründungsurkunde
König Rudolfs zugesicherten Rechte.

 

Auf „demütigliche" Bitten des Bürgermeisters und des Stadtrates
erneuerte und bestätigte Kaiser Karl V. zwar den Freiheitsbrief (1545),
dies jedoch mit der Einschränkung, dass der jetzt bestehende Rechtszustand erhalten bleibt.

 

Die inzwischen geschaffenen Rechte der Landesherren blieben unangetastet.
Die kleine Stadt Wolfstein hatte den Kampf um ihre Freiheiten gegen die mächtigen
Territorialfürsten verloren.
Bleibt noch nachzutragen, dass die Stadt von den Ereignissen des in die Pfandzeit
fallenden 30jährigen Krieges anscheinend weniger betroffen wurde.
Das gleiche gilt auch für Roßbach. Unmittelbare Nachrichten darüber liegen nicht vor.

 

Wolfstein als kurpfälzisches Unteramt (1673-1797)


Gleich zu Beginn dieser Epoche gerät die Stadt in den Strudel kriegerischer Auseinandersetzungen.
Doch sowohl im Krieg Ludwigs XIV. gegen Holland (1672-1678/79), als die Franzosen plündernd
durch die Pfalz zogen, als auch im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697),
durch den der französische König seine Ansprüche auf das Erbe seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte
("Lieselotte von der Pfalz") durchsetzen wollte, blieb Wolfstein - von der Zerstörung der Burg abgesehen-
von Vernichtungsaktionen verschont.

 

Im darauffolgenden Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714)
belagerten die Franzosen die Burg und nahmen sie ein.
Zwei Jahrzehnte später wurde Wolfstein im Polnischen Erbfolgekrieg (1733-1738)
erneut von Franzosen besetzt. Unter den einquartierten Soldaten brach eine Seuche aus,
der über 100 Soldaten und viele Bürger zum Opfer fielen.


Mit dem Übergang der Kurwürde auf Karl Theodor aus dem Hause Pfalz - Zweibrücken (1742)
schien Ruhe einzukehren in die kurpfälzischen Lande.
Doch es war, wie sich bald herausstellen sollte, eine Ruhe vor dem großen Sturm.

 

Nur wenige Ereignisse aus der Regierungszeit dieses Fürsten vermerkt die Wolfsteiner Chronik:
1753 erfolgte der Neubau einer Amtskellerei, das heutige Rathaus; 1768 kamen die Orte der
Schultheißerei Einöllen zur Kurpfalz und wurden dem Unteramt Wolfstein eingegliedert.


1777 erbte Karl Theodor nach dem Aussterben der altbayerischen Wittelsbacher Linie Bayern
und verlegte seine Residenz von Mannheim nach München.

Die Wolfsteiner empfingen jetzt ihre "Allerhöchsten Befehle" aus der bayerischen Hauptstadt.
Zu erwähnen bleibt noch das besondere Bemühen des Kurfürsten um die Quecksilbergewinnung
im Königsberg. Unter Anleitung zugewanderter Fachleute erreichte der Quecksilberbergbau
hier zwischen 1770 und 1790 seine höchste Blüte (16 Gruben, u.a. Theodors Erzlust, Pfälzer Muth,
Christians Glück).

Gegen Ende des 18. Jh. wurde im Unteramt Wolfstein auch nach Steinkohle geschürft,
vor allem in dem auf Roßbacher Gemarkung gelegenen Steinkohlenwerk an den „stumpfen Eichen",
die „Lange Heck" genannt.

Als Karl Theodor 1799 starb, war er schon nicht mehr souveräner Fürst seiner Lande.
Alle linksrheinischen Teile der Kurpfalz waren seit 1797 de facto Teil der französischen
Republik geworden. Nach dem Frieden von Lun6ville (1801) war das Amt Wolfstein
auch staatsrechtlich französisches Staatsgebiet.


Zum Ende der Regierungszeit des Kurfürsten notierte der Chronist folgende statistische Angaben
für Wolfstein (ohne Roßbach): 486 Einwohner, 3 Kirchen
(Katholiken eigene Pfarrkirche ab 1776; Reformierte in der „Wassergasse", Lutheraner „im Eck"),
2 Schulen, 73 bürgerliche und gemeine Häuser; 996 Morgen Akkerland, 7 Morgen Wingert,
152 Morgen Wiesen, 2 Morgen Gärten, 13 Morgen Weide und 110 Morgen Wald.

 

Die französische Zeit (1797-1814)


Nach Abtretung der linksrheinischen Gebiete an Frankreich entfiel deren Zersplitterung
in eine Vielzahl fürstlicher Herrschaften. Nach dem Vorbild der französischen Verwaltung
wurde das Land eingeteilt in Departements, Arrondissements, Kantone und Gemeinden.
Wolfstein wurde Kantonsstadt im Arrondissement Kaiserslautern des Departements Donnersberg.
Dies umfasste ungefähr das Gebiet des heutigen Regierungsbezirkes Rheinhessen-Pfalz. Sitz des Präfekten war Mainz.
Der Bürgermeister der Stadt hieß jetzt "maire" Peter Bernhard war der erste,
der mit dieser Amtsbezeichnung seine Schriftstücke unterschrieb.
Erster Kommissar der Kantonsverwaltung war Simon Joseph Gabriel Schmitt.

Im statistischen Jahrbuch des Dep. Donnersberg des Jahres 1808 lesen wir über den Kanton Wolfstein
und seine Einwohner: „.... er umfaßt 32 Gemeinden mit 8 Bürgermeistereien und 8005 Einwohnern...
Die Marie Wolfstein zählt 4 Gemeinden mit 1292 Einwohnern". Wolfstein als Kantonsstadt besaß ein
„Friedensgericht, eine Gendarmeriebrigade, eine Kantonspfarrei und eine Steuereinnehmerei."
Das Gericht (später Amtsgericht) bestand bis 1968, die Einnehmerei bis 1971.
Alle Gerichtsprotokolle, die Eintragungen in den Büchern des Standesamtes,
überhaupt jegliches amtliche Dokument wurde in dieser Zeit in französischer Sprache abgefasst.

Über 20 Jahre dauerte die französische Herrschaft, rechnet man die Zeit der Eroberungskriege (ab 1793)
und der Besetzung hinzu. Sie brachte der Bevölkerung große Leiden, vor allem in den Revolutionskriegen
mit ihren Begleiterscheinungen. Sie machte aber auch mit den positiven Leitzielen der französischen Revoluion
bekannt: Gleichheit aller vor dem Gesetz, öffentliche Gerichtsverfahren, freie Verfügung über den Besitz,
Abschaffung des Zehnten und Steuergleichheit.

Doch der Druck der Steuerlasten blieb, wie die Wolfsteiner Gebührenlisten ausweisen.
Napoleon brauchte eben Geld für seine Feldzüge.
Nach seiner Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig (Oktober 1813) räumten die Franzosen
die linksrheinischen Gebiete. Das Land zwischen Rhein, Mosel und Elsaß wurde zunächst von Bayern
und Österreich gemeinsam verwaltet. Bayerische, französische und russische Truppen marschierten
durch die nordwestliche Pfalz. Auch für Wolfstein war diese Zeit eine schwere Belastung.
"Unter dem eisernen Zepter Napoleons", so heißt es in einem Bericht, sei die Bevölkerung
"bei weitem nicht so bedrückt gewesen" wie jetzt.


Die Königlich - Bayerische Zeit (1816-1918)


Nach der endgültigen Niederlage Napoleons wurden auf dem Wiener Kongreß (1815)
die Besitzverhältnisse auf der linken Rheinseite neu geordnet. Die Pfalz kam am 1.5.1816 zu Bayern,
und dies sollte bis 1945 so bleiben. Bis 1918 waren die Wolfsteiner Untertanen der bayerischen Könige,
dann Bürger des Freistaates (der Republik) Bayern. Erst 1945 wurde die Pfalz von Bayern getrennt
und 1946 dem neugebildeten Land Rheinland-Pfalz eingegliedert. Von Bayern ausgehende Versuche,
die bayerische Vergangenheit wieder zu beleben, blieben erfolglos.
Beim Volksbegehren vom 22.04.1956 stimmten in Roßbach zwar 17% für den Anschluß an Bayern,
in Wolfstein waren dies 14,5%, in Rheinland-Pfalz nur 7,6%.
Die für die Durchführung eines Volksentscheids zur Neugliederung der Bundesrepublik
notwendigen 10 % der Stimmen wurden nicht erreicht.


Verwaltung


Am 30.04.1816 übernahm König Max Joseph die pfälzischen Lande links des Rheins.
Ab 18.04.1817 wurden sie von der Kgl. Regierung in Speyer verwaltet. Der "baierische Rheinkreis",
erst ab 1838 hieß das Gebiet offiziell Pfalz, wurde in 12 Land - Commissariate eingeteilt.
Wolfstein kam zum LK (ab 1862 „Bezirksamt") Kusel.

Die verkehrsgünstigere Anbindung an Kaiserslautern wurde damit aufgehoben,
und daran hat sich bis heute nichts geändert. Das LK Kusel umfasste die Kantone Kusel,
Lauterecken und Wolfstein. Jeder Kanton bildete ab 1850 eine Distriktgemeinde,
ein Leistungsverband höherer Ordnung, vergleichbar etwa unseren Verbandsgemeinden.
Mitglieder waren die Ortsgemeinden. Diese waren teils selbständige Bürgermeistereien,
teils wurden sie vom Bürgermeister des größeren Ortes mitverwaltet, hatten aber eigene Gemeinderäte.
So gehörten zur Bürgermeisterei Wolfstein der Reckweilerhof, Einöllen (bis 1901) und Roßbach (bis 1905).

Von 1816 bis 1832 leitete der Arzt Wilhelm Vogt als „Oberbürgermeister" die Verwaltung der drei Gemeinden.
Erster Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Roßbach war Jakob Steinhauer II.


Politik


In Verbindung mit dem Hambacher Fest 1832 und dem pfälzischen Aufstand von 1849 sind zu erwähnen:
Auf der Seite der republikanisch - liberal gesinnten Bürger der Notar Haas, der Prot. Pfarrer Johann Ph. Christ. Jacob,
der Kantonsarzt Dr. Schleip, der Jurist Carl Joseph Schmitt und besonders der Gerberssohn Jakob Krieger.
Auf der Gegenseite der in Wolfstein geborene Generalstaatsprokurator Ludwig Schmitt.
Er vertrat die Anklage gegen Jakob Krieger, seinen Vetter, und weitere Wolfsteiner.
Krieger floh nach Amerika und gründete in Louisville ein Handels- und ein Bankgeschäft.
Seine Tochter Amy heiratete den Wolfsteiner Bankier Karl Otto Braun.

 

Landwirtschaft


Um die Mitte des 19. Jh. war der heutige Stadtteil Roßbach eine Agrargemeinde
und daran sollte sich bis in die fünfziger Jahre unseres Jh. nichts Wesentliches ändern.
Der Grundsteuer - Kataster aus dem Jahr 1846 verzeichnet 73 Familien, jede mit Grundbesitz,
einem eigenen, wenn auch vielfach bescheidenen Haus, und eigener Viehhaltung.
Bei 32 Grundbesitzern nennt der Kataster als Beruf "Ackersmann".
Allerdings, nur 13 dieser Landwirte besaßen über 10 ha Betriebsfläche.
Dennoch: Der unter den damaligen Einkommensverhältnissen außerordentlich hohe Marktwert
landwirtschaftlich nutzbarer Grundstücke bestimmte die soziale Stellung der Bauern.
Sie zahlten die meisten Steuern, stellten die Gemeinderäte, den Adjunkten und von 1906 bis 1933
auch die Bürgermeister. Für etwa die Hälfte der Familien bedeutete die Bewirtschaftung ihres Grundbesitzes
ein zusätzliches Einkommen zum Verdienst des meist auswärts als Handwerker oder Musiker beschäftigten Familienvorstands.


Sowohl die Vollerwerbsbetriebe als auch die Nebenerwerbsbetriebe sind heute aus dem Ortsbild verschwunden.
Der Stadtteil Roßbach ist eine reine Wohngemeinde.
Anders als im Dorf hatten in der Stadt 45 Familien (20%) keinen Grundbesitz.
Nur 30 der 215 Familien konnten ohne Ausübung einer weiteren Beschäftigung
durch landwirtschaftliche Tätigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Nur 4 Familien besaßen über 10 ha Betriebsfläche.


Noch eine Besonderheit aus bayerischer Zeit: Auf Befehl König Ludwig I. wurden 1830 in Wolfstein
und in Roßbach „Baumschulen" (Obstgärten) eingerichtet. Die Lehrer sollten darin ihren Schülern
Kenntnisse im Obstanbau vermitteln. Zweck war die Verbesserung der oft kümmerlichen Ernährungslage
durch selbstgeerntetes Obst. Auch die Anpflanzung von Obstbäumen an den Distriktstraßen diente diesem Ziel.


Einwohner


Im Jahr 1826 zählte der Kanton Wolfstein 10.753 Einwohner (männlich: 5.333, weiblich: 5.420).
In Wolfstein wohnten 788 Personen (Kath.: 95, Prot.: 693), in Roßbach 325 Personen (Kath.: 129, Prot.: 196).
Im Jahr 1867 war die Einwohnerzahl im Kanton (32 Orte) auf 12.169 gestiegen, in Wolfstein auf 1.128
(Kath.: 130, Prot.: 997, Mennon.: 1), in Roßbach auf 557 (Kath.: 210, Prot.: 347).

Erwähnenswert: Im Kanton lebten 127 Juden, in Eßweiler 85, in Bosenbach 14, in Hefersweiler 10,
in Oberweiler i.T. 6, in Rathskirchen 5, in Relsberg 7.

 

Historische Beschreibung von Wolfstein und Lauterecken

Auszug aus: „Heusers Pfalzführer“ 1905, 3. Auflage
Verlag Ludwig Witter, Neustadt an der Hardt

[…]Stadt Wolfstein (181 m) 1100 Einw., Post nach Rothselberg usw. bis Altenglan, sowie nach Einöllen; Telephon.
Gasthäuser: Zum Königsberg, Zum Schwan, Zur Krone. Der Wolfsteiner Wein, den man in diesen Gasthäusern trinkt, ist kräftig, wohlschmeckend und gesund, besonders gut ist der von der Lage Erzengel an der Ruine Neu-Wolfstein.
Das Städtchen liegt malerisch in einem Talkessel am Fuße des Königsberges. Wegen seiner schönen Lage, die Gelegenheit zu prächtigen Ausflügen bietet, und wegen der guten Unterkunft in den Gasthäusern bei mäßigen Preisen wird W. im Sommer vielfach zu längerem Aufenthalt besucht; in der Tat ist es ein hübscher und angenehmer Luftkurort.
Am NO-Abhang des Königsberges liegen oberhalb des Städtchens die Burgruinen Neuwolfstein und Altwolfstein.
Von der Stadt aus führt ein Wingertsweg durch die Lage Erzengel in 10 Min. zur Ruine Neuwolfstein, von wo sich eine prächtige Aussicht darbietet. Man blickt herab auf die Stadt und auf das Lautertal, durch das sich Fluß und Eisenbahn schlängeln. Jenseits der Lauter erhebt sich der malerisch gelegene Eisenknopf (100 m über der Talsohle), Weinberge und Wald bedecken ihn und auf seinem Talvorsprung, der von einem Tunnel durchschnitten ist, bestehen hübsche Gartenanlagen; diese sind auf der Höhe durch ein Aussichtstempelchen geziert. Durch den Hang führt die Straße zwischen Kirsch- und Ahornbäumen hin auf die Höhe und verzweigt sich links nach Einöllen, rechts nach Relsberg und geradeaus ins Odenbachtal nach Hefersweiler.
Von Neu-W. aus zieht sich ein Fahrweg weiter in die Höhe, wonach rechts ein Waldweg abzweigt, auf dem man in etwa ¼ St. zur Ruine Alt-Wolfstein gelangt. Beim näheren Beschauen der Burgreste erkennt man, wie der Bergfried dieser früh aufgegebenen Burg bis jetzt alle Stürme überdauern konnte. Dieser noch 19 m hohe, fünfseitige Turm ist zum großen Teil aus unzerstörbarem Geröllfels aufgemauert und mit eisenhart gewordenem Mörtel verbunden. Der alte Turm, von dem man eine hübsche Rundsicht hat, ist zugänglich. Die Aussicht ist keine so freie wie von der vorderen Burg, allein der Aufenthalt hier mitten im Waldesgrün bietet dafür Ersatz. Ein Fußpfad führt in 5 Min. hinunter zur Straße und in 10 Min. weiter zur Stadt.

Der Königsberg (549 m)
Dieser gewaltige Porphyrstock erhebt sich an einer besonders engen Stelle des Tales nahe bei Wolfstein 368 m über die Talsohle. Zu ihm hinauf führen mehrere sanft ansteigende Waldpfade, die prächtige Ausblicke auf das Lauter- und Glantal, wie auf das von Obstbäumen umrahmte Städtchen gewähren. Der Gipfel des Königsbergs ist verwachsen und deshalb von da kein freier Ausblick möglich.
Besuchenswerte Punkte bei Wolfstein und um den Königsberg sind außer den zwei Burgruinen ferner:
Der nahe im Walde gelegene Turnplatz und das Schießhaus mit seinem prächtigen Ausblick ins Lautertal; der Laufhauser Weiher, der auf halber Höhe des Königsberges halb verborgen liegt; die Blaue Halde und das Königsbachtal, ein von dem Königsbach durchzogenes Tälchen mit üppigem Waldwuchs, das einigermaßen ans Karlstal bei Trippstadt erinnert. Besonders lohnend ist der Aufstieg auf den Horst, eine der Höhen des Königsberges, wo eine Aussichtskanzel errichtet ist. Hier hat man eine großartige Fernsicht. Man übersieht die Höhenzüge vom Lemberg bis zum Kalmit den Idarwald, Soonwald und Taunus. Auf den Horst geht man vom Königsberg mit der Gelben Scheibe. Im Königsberg wurde bis vor etwa 50 Jahren der Quecksilberbergbau sehr lebhaft betrieben. Tiefe Stollen, Schächte und Halden, die überall zu finden sind, geben davon Kunde.
Über den Bergrücken führt von Lauterecken aus und gegen Rothselberg zu eine Römerstraße. Übrigens war die Gegend schon in vorrömischer Zeit besiedelt, wenn nahe der Straße von Röckweilerhof nach Aschbach wurden Hügelgräber aufgedeckt, die meist Bronzesachen enthielten. Diese sind im historischen Museum von Speier aufbewahrt. Den schönsten Blick auf die ganze Masse des Königsberges mit seinen Rücken und Schluchten hat man vom Eisenknopf aus, der auf dem rechten Ufer der Lauter liegt. Vom Eisenknopf führt ein neuer Pfad, nämlich der nur 550 m lange abschüssige Blitzpfad hinab ins Tal. Von diesem Pfade aus gewinnt man so recht Einblicke in die schöne Gebirgslandschaft mit dem auf der anderen Talseite schroff ansteigenden Königsberg.
Prächtige Spaziergänge sind um Wolfstein durch neu hergestellte Pfade allenthalben erschlossen; so ein 1,6 km langer, oberhalb der Weinbergslage Erzengel ansteigender Fußpfad
auf den Hahnenknopf (526 m). Bezeichnenderweise heißt dieser Pfad „Indewaldpfad“, denn er führt nacheinander durch Buchenhochwald, Tannenjungholz, Eichenschälwald und Fichtenhochwald, wobei sich verschiedenartige hübsche Waldbilder zeigen. Vom Hahnenknopf aus hat man die Aussicht ins Glantal und auf die Höhen des preußischen Westrichs.
Geht man vom Indewaldpfad südlich ab, so kommt man auf der Höhe des Layenberges zum Layenberger Fels. einem soliden Felsvorsprung aus solidem Porphyr, von dem sich eine sehr schöne Aussicht auf die über dem Glan gelegenen Gebirgszüge wie auf das nahe Hinzweiler Tal mit seinen gefällig daliegenden Ortschaften ergibt. Von hier kann man auf einem neugeschaffenen Forstpfade am Hang des Layenberges hin, und weiter auf dem sogen. Friedenswege das Dorf Hinzweiler im Tal erreichen, wo mehrere gute Wirtschaften vorhanden sind. Von Hinzweiler mag man über Nerzweiler und Hundheim (Hirsauer Kapelle), nach Offenbach im Glantal wandern. Von Hinzweiler zurück ins Lautertal führt die Straße über Aschbach und erreicht bei der Haltestelle Röckweiler-Tiefenbach die Bahnlinie. Auf dieser Straße verkehren Postwagen mit Personenbeförderung.
An den neuen Forstpfad (1,5 km), der sich im Hinzweiler Gemeindewald, am Hang des Layenberges hinzieht, schließen verschiedene Wege und Pfade an, auf denen man die West- und Südhänge des Königsbergs begehen und nach Wolfstein zurück gelangen kann. Ein anderer Spazierweg von Wolfstein beginnt beim Brüderhorn am Schleiferkopf; es ist ein 1,2 km langer bequemer Pfad, der dem Bürgerhang entlang zieht und auf dem Sattel am Totenkopf endigt. Der größte Teil dieses Pfades ist ohne Steigungen und Gefälle. Schließlich geht unterhalb des Röckweiler Hofes ein 1,6 km langer Fußpfad ab (Blaues Kreuz) und zieht sich durch den Jungenwald nach Heinzenhausen; unterwegs erschließen sich hübsche Ausblicke auf das Wiesental der Lauter und auf die Höhe von Hohenöllen.
Im Übrigen gibt die nachfolgende Zusammenstellung der pfälzischen und örtlichen Wegezeichen Hinweise auf diese und andere Wanderstrecken.

Wegezeichen für Wolfstein und den Königsberg
nebst Entfernungen ab Wolfstein in km
Blaues Kreuz: Kaiserslautern (30), Rodenbach (20), Eulenbis (15), Heidenburg (6), Wolfstein, Turnplatz (0,4), Kirchhofweg (0,8), Marktplatz (1), Neu-Wolfstein (1,3), Alt-Wolfstein (2), Blaue Halde (3,1), Röckweilerhof (6), Durch den Jungenwald, Heinzenhausen (9,2), Lauterecken (12).
Gelber Strich: Wolfstein, Marktplatz (0,4), Reservoir (0,7), Erzengel (1,5), Römerstraße (2,8), Hahnenknopf (3,3), Pfriemenhäuschen (4,2), Kreuzfeld (4,8), durch Bürgerhangweg und Horizontalpfad, Horst (6,1), Totenkopf (6,4), Laufhauserweiher (7,3), Schießhaus (8,2), Turnplatz (8,6), Wolfstein (9).
Gelbe Scheibe: Turnplatz, Schießhaus (0,4), Rote Halde (1,2), Aussichtskanzel (2,3).
Rote Scheibe: Marktplatz, Reservoir (0,3), Kreuzfeld (2,1).
Blauer Strich: Wolfstein --- Eisenknopf (1).


Die nächste Station ist Oberweiler-Tiefenbach, dann folgt Station Röckweilerhof; der Hof selbst liegt an der Straße, etwa 3 km von Wolfstein entfernt. Gegenüber diesem, rechts hoch oben am Höhenrande, zeigt sich das Dorf Hohenöllen, zu dem von Heinzenhausen eine kunstgerecht angelegte Straße aus dem Lautertal hinaufführt. Der Weinbau tritt hier bereits in höherem Umfang auf. Die beste Lage von Hohenöllen ist der Herrenberg. Es folgen noch die Stationen Heinzenhausen und Lohnweiler, wo in neuester Zeit mit gutem Erfolg nach Kohlen gebohrt wurde, dann da, wo die Lauter in den Glan mündet, das Städtchen
Lauterecken (167 m), 1952 Einw.), mit einem Bahnhofe, links des Glans am Nordende der Stadt und mit einer Haltestelle im Lautertal, die vor Erbauung der strategischen Linie Mainz-Metz der Hauptbahnhof war.
Behörden: Amtsgericht, Rentamt, Forstamt, Messungsbehörde, Notariat, Einnehmerei, Ausschlageinnehmerei, prot. und kath. Dekanat
Gasthäuser: Hotel zur Post mit dem Kasino (Besitzer Lehné), Gasthaus Zum Pfälzer Hof und Zur Krone, Bierbrauerei Greiner, Gasthaus Zum Schloß (das an der Stelle des Schlosses der Grafen von Veldenz liegt und aus dessen Steinen erbaut ist), Gasthaus Zum goldenen Stern mit einem schattigen, am Glan gelegenen Wirtsgarten, Gasthaus Zum Bahnhof (Greiner), Weinwirtschaft von Bambauer, dann gegenüber dem Bahnhof das neu erbaute Hotel Sauer und eine Bahnhofwirtschaft im Stationsgebäude; ferner der große Saalbau von Mannsmann (Inhaber Schneider) mit heizbarer Kegelbahn. Für L. besteht Kariolpostverbindung nach Grumbach und Sien (preußisch).
Von zwei pfalzgräflichen Schlössern, die einst in Lauterecken standen, ist heute nichts mehr vorhanden als Teile der Ringmauer und ein Turm. Zwei Steinbrücken, von denen eine die Lauterufer und zugleich den Hauptteil der Stadt mit dem gegenüberliegenden Viertel Oberlauterecken verbindet, die anderen Lauter und Glan an der Stelle ihrer Vereinigung überbrückt, sind bemerkenswert, denn man hat da wohl die ältesten Brücken der Pfalz vor sich; sie lassen den romanischen Baustil erkennen und dürften also mindestens vor Beginn des 14. Jahrh. erbaut sein. Auf dem Friedhof befinden sich Grabdenkmale der kurpfälzischen Verwalter des Fürstentums Lauterecken. Zwei dieser Denkmäler sind am Portal der prot. Kirche ausgestellt und besichtigungswert. Nahe der Stadt an der Straße nach Lohnweiler ist durch den Veldenzer Verschönerungsverein, der in L. seinen Sitz hat, ein schöner Festplatz angelegt worden, und zwar in der Staatswaldabteilung Wälderbusch.